Masseure - Unterschiede


Unterschiede zwischen Masseuren

Da es immer wieder zu Missverständnissen zwischen den jeweiligen Berufsgruppen kommt, möchte ich hier etwas Licht ins Dunkel bringen. Hier ein kurzer Überblick inklusive der gesetzlich festgelegten Unterrichtseinheiten (UE) ...

Welche Masseure gibt es ?

 

Am gesunden Körper

► Gewerblicher Masseur (895 UE)

Am kranken Körper

► Medizinischer Masseur (1.890 UE inkl. Elektrotherapie)

► Heilmasseur (2.690 UE insgesamt)

Wer darf "kranke" Menschen behandeln ?

Heilmasseure (HM) decken generell die komplette physikalische Therapie ab, wie die klassische Heilmassage, manuelle Lymphdrainage, Bindegewebsmassage, Segmentmassage, Akupunktur (ohne Nadeln), Ultraschall, Thermobehandlungen wie Wärmepackungen / Kältepackungen (z.B.: Moor, Munari, etc.), sowie die Fußreflexzonenmassage zu Heilzwecken.

Der Heilmasseur kann neben seiner noch detaillierteren, hochqualifizierteren Ausbildung, zusätzlich selbstständig arbeiten.

 

Medizinische Masseure (MM), sind die Vorstufe, das starke Fundament für die Weiterbildung zum Heilmasseur. MM arbeiten immer nur als Angestellte im Spital, beim Arzt, im physikalischen Institut oder ähnlichen Instituten. 

Weiters gibt es noch Spezial-Zusatzqualifikationen, die man als MM und HM, erlernen kann. Hierzu kann man nach bestandener Prüfung, jene Behandlungen bzw. Tätigkeiten durchführen.

.) Elektrotherapie (biete ich an)

.) Hydro- / Balneotherapien (Wasserheilverfahren und Behandlung mit Bädern, Wasserdruckmassagen im Wasser, udgl.)

.) Basismobilisation (Unterstützung der Patient:innen bei der Verbesserung ihrer Mobilität und im sicheren Umgang mit Gehhilfen)

 

Die Ausbildung zum MM und anschließend jene zum HM werden mit einer staatlichen, kommissionellen Prüfung abgeschlossen.

 

Viele Weiterbildungsmöglichkeiten wie z.B. Faszientechniken und andere manuelle Therapien oder die Ausbildung zum "Sportmasseur" kann der MM & HM zusätzlich erlernen und sie bei seiner Arbeit am Patienten anwenden. Ausgenommen sind Mobilisationen und Manipulationen, sowie Akupunktur mit Nadeln (dies dürfen nur Ärzte).

Physiotherapeuten und Ergotherapeuten bieten manchmal ebenfalls o.a. Behandlungen von MM & HM an, sind jedoch aufgrund ihrer Ausbildung nur teilweise und nicht annähernd so ausführlich in jenen Bereichen geschult, die der Heilmasseur vollumfassend erlernt hat. Ihre Kernkompetenzen liegen in anderen Bereichen.

 

Gewerbliche Masseure haben eine viel kürzere Ausbildung als MM & HM. Sie dürfen KEINE kranke Menschen behandeln, sondern nur gesunde Personen um deren Körper weiterhin vorsorglich zu betreuen. 

Wer darf ausschließlich vorbeugend (präventiv) Menschen betreuen ?

Gewerbliche Masseure und im Grunde genommen alle anderen Berufsgruppen, wie z.B. Thai-Masseure, Kosmetiker, Fußpfleger, Esoteriker / Energetiker, usw. Jene Berufsgruppen benötigen deshalb keinen Verordnungsschein vom Arzt, da der Kunde (und nicht Patient) ausschließlich vorbeugend zu Gast ist. Es wird keine Anamnese durchgeführt, noch Kontraindikationen oder Vorerkrankungen besprochen. Das kann zu fatalen Fehlern führen. Wenn man dies als Patient / Kunde nicht weiß, man Schmerzen und/oder Bewegungseinschränkungen, u.Ä.. hat, müssten jene Berufsgruppen darauf hinweisen, dass sie dafür nicht die Ausbildung, sowie die gesetzliche Befähigung haben, um Behandlungen durchzuführen. Im Falle eines Unfalles bei der Behandlung, einer Verschlimmerung des Gesundheitszustandes aufgrund einer Behandlung, o.Ä. würde die Haftpflichtversicherung (falls vorhanden) des Anbieters nicht greifen, da etwas durchgeführt wurde, das nicht den gesetzlichen Bestimmungen entspricht. Somit hätten Sie als Kunde keine Absicherung im Falle des Falles. 

 

(Hinweis: es sind bei den Berufsbezeichnungen immer beide Geschlechter gemeint)